Sonntag, 15. April 2012

Fresse, Liebknecht!

"Sehr verehrte Damen und Herren, das
Wort möchte der Abgeordnete Meyer.
Kriegt er aber nicht."
Künftig soll im Bundestag nur noch nach vorheriger Anmeldung durch die Fraktionen gesprochen werden dürfen. Wer das Parlament ohnehin immer als Quasselbude abgetan hat, braucht sich allerdings darüber nicht zu freuen: Denn im Ergebnis wird dort künftig noch weniger debattiert und dafür noch viel mehr bloß gequasselt.


Samstag, 14. April 2012

Heiliges Altpapier

Das ist ja wirklich der Oberhammer: Religiöse Fanatiker verteilen in Ländern, in denen der Großteil der Bevölkerung einem anderen Glauben anhängt, einfach so Gratisexemplare ihrer Heiligen Schrift und versuchen damit, die Leute zu bekehren. Das geht ja wohl gar nicht, da muss man einschreiten! Wo kommen wir denn da hin, wenn man solchen Leuten erlaubt, ihre gefährlichen Weltanschauungen zu verbreiten! Also: Lasst gefälligst den Iran in Ruhe, ihr fundamentalistisches Katholikenpack, terroristisches.

Montag, 9. April 2012

Sacki et Reisi

Warum eigentlich, wenn ich mal so blöd fragen darf, vermelden jedes Jahr aufs Neue sämtliche Medien an möglichst prominenter Stelle, dass der Papst erneut den Segen "Urbi et Orbi" gespendet hat? Er macht das bekanntlich jedes Jahr, zweimal sogar - warum also verdrängt diese Meldung, allen redaktionellen Leitlinien widersprechend, stets viel außergewöhnlichere und bedeutungsschwerere tagesaktuelle Ereignisse? Besteht etwa, ohne dass wir armen Schäfchen etwas von dieser drohenden Gefahr ahnen, Jahr für Jahr die Möglichkeit, dass er diesen Segen einmal nicht spendet, zum Beispiel, weil wir alle nicht genug gebetet und zuviel an unseren Schniedeln herumgespielt haben?


Donnerstag, 5. April 2012

Echt grass, was der geschrieben hat

Eigentlich wollte ich mich zu diesem Thema nie äußern. Aber es gibt so Tage, da stelle ich mir wirklich die klassische Psychiaterfrage, ob vielleicht ich normal bin und der gesamte Rest der Welt verrückt geworden ist. Heute ist so ein Tag. Die Welt dreht sich um Grass, scheint es - aber eigentlich dreht sich die Welt bloß vor den Augen der ganzen Leute, die sich jetzt empört zu Wort melden.


Dienstag, 3. April 2012

Wärest Du glücklich, wenn Du ein erfolgreiches, reiches Arschloch wärst?

Aber selbstverständlich wäre ich das. Das wäre doch viel besser als das, was ich jetzt bin: Ein erfolgloses, armes Arschloch.

Nur zu - ich bin ganz Ohr...

Samstag, 10. März 2012

Gute, alte, dunkle Zeit

Neulich beim Zappen versehentlich bei Maischberger hängengeblieben. Normalerweise meide ich solche Formate, es macht mehr Spaß und ergibt auch mehr Sinn, Kindergartenkinder beim Seifenblasenblasen zuzugucken, mit dem netten Nebeneffekt, dass die Blagen nur schwer brüllen können, während sie in das Plastikdings pusten. Und manchmal kommt dabei eine Blase heraus, die so schillernd ist, dass man nur noch staunend erstarren und sie anglotzen kann. Auch bei Maischberger. In diesem Fall kam sie aus dem Mund des Ex-BDI-Chefs Michael Rogowski.


Freitag, 17. Februar 2012

Letzter Lagebericht aus der Wulffs-Chance

So, jetzt noch ein paar Tage lang Post-Wulff-Aufmacher ertragen, dann haben wir's hinter uns. "Endlich", atmen zahllose Bürger und auch viele Medien auf, sogar die, die federführend an der großen Berichterstattungsorgie beteiligt waren. Nur der Tonfall ist jeweils anders: Während die meisten Bürger ihr "Endlich" eher erleichtert seufzten, weil das Thema sie längst nervte, können die Journalisten ihr "Endlich" mit geschwellter Brust und emporgereckter Faust schmettern. Zu Recht, denn was sie erreicht haben, ist so bedeutend, dass man es erst mittelfristig richtig wird ermessen können. Sie haben der schwächelnden demokratischen Kultur in diesem Land die Defibrillatoren aufs Herz gesetzt und abgedrückt.


Samstag, 7. Januar 2012

Die Massivschlag-Doktrin der Presse-Nato

Also, langsam wird es aber wirklich lächerlich mit dieser Wulff-Geschichte. Immer kleinkarierter werden die Vorwürfe, immer pingeliger, immer absurder - wäre ich noch Student, würde ich meine Abschlussarbeit darüber verfassen: Wie die Medien einmal kollektiv mit der Brechstange einen Präsidenten loswerden wollen, verzweifelt nach Munition suchen und sich dabei zum Affen machen.

Freitag, 6. Januar 2012

Also, ich würde des Amts ja am liebsten...

Der Wulff und die Schafspelze.
Es gibt mittlerweile einen wesentlichen Hauptgrund, weshalb Christian Wulff zurücktreten sollte: Ich für meinen Teil kann das endlose Geschwafel darüber nicht mehr hören. Der Mann ist nicht tragbar, ein Kasper auf dem Niveau eines Dorfbullen, der die Messlatte fürs Fremdschämen noch einmal niedriger legt und dessen Verhaltensmuster nur noch zwischen Mitleidsheischerei und Kulgscheißertum pendelt – dazu ist alles gesagt worden, was dazu zu sagen ist, und ich möchte nicht noch einen Bettina-Schausten-Witz, nicht noch eine küchenpsychologische Interpretation seiner bevorzugten Wohnform und, dies vor allem anderen, nicht noch eine Abhandlung über die „Würde des Amtes“ hören.

Freitag, 25. November 2011

Manchmal kommen sie wieder

Huiii - dass das so schnell ging, überrascht selbst mich, und ich rechne ja grundsätzlich immer mit dem Schlimmsten, wenn's um Politik geht: Bei everybody's darling Gutti wird kein Dreivierteljahr nach seinem schmählichen Abgang offen über seine Rückkehr in die Politik spekuliert, ja, zum Teil schon wieder herbeigeschrieben. Der Mann wird damit schneller vollständig rehabilitiert als andere überführte Betrüger aus der Haft entlassen werden.


Samstag, 12. November 2011

Rätselhaftes Rumgeeiere

Gestern wollte ich mich schon darüber echauffieren, dass im Zusammenhang mit den Döner-Morden niemand außer der Bundesanwaltschaft bislang das Wort "Terror" verwendete. Da hat mich die heutige Schlagzeile bei Spon - "Der unterschätzte braune Terror" wieder ein wenig beruhigt. Für etwa zwölf Sekunden; so lange, wie ich gebraucht habe, um auch den Vorspann des zweiten Artikels zum Thema zur Kenntnis zu nehmen.


Montag, 7. November 2011

So lasst sie doch in Frieden sterben

Stell dir vor, es werden Steuern gesenkt - und alle finden's scheiße. Diese Situation ist nicht neu in Deutschland, seit Jahren spricht sich angesichts der horrenden Verschuldung eine äußerst stabile Mehrheit gegen Steuersenkungen aus. Aber was interessieren Mehrheiten, wenn es um eine äußerst bedrohte Minderheit geht.


Sonntag, 6. November 2011

Rettungsschirm für eine bankrotte Regierung

Bei allem Gelästere über die "schlechteste Bundesregierung aller Zeiten" ist es an der Zeit, auch mal etwas Positives zu erwähnen: Immerhin haben wir eine Kanzlerin, die sich so sehr verbiegen kann, dass sie trotz ihres gesetzten Alters nach ihrer Abwahl eine Karriere im Chinesischen Nationalcircus ins Auge fassen könnte - wenn man kurz außer Acht lässt, dass die Banken längst für ihr Altenteil gesorgt haben. In sportlicher Hinsicht wird sie dieses Talent leider nicht nutzen können - sie bekommt dauernd zu viele Abzüge in der B-Note.


Montag, 15. August 2011

Wie, bei diesem Fääsbuck gibt's junge Hühner?

Nun hackt doch nicht alle auf Christian von Boetticher herum, bloß weil er es mit einer 16-Jährigen trieb! Der wollte doch bestimmt nur das jahrhundertealte Adels-Vorrecht der "ersten Nacht" wahrnehmen. Ist als Mitglied eines solch reaktionären Vereins wie der CDU doch vermutlich auch nicht einfach, sich daran zu gewöhnen, dass die Bauern von heute sowas nicht mehr selbstverständlich hinnehmen. Der wahre Skandal ist doch ein ganz anderer: Dass ein unverheirateter Mann von 40 Jahren da überhaupt etwas werden konnte. Kann man sich denn nicht mal mehr auf die hinterwälderischen Moralvorstellungen der C-Partei verlassen?